Was haben deine Eltern nicht schon alles wĂ€hrend deiner Schwangerschaft erlebt! Ein grosser Velounfall deiner Mama, einen Umzug, eine Hochzeit. Und du warst dabei immer purlimunter. Ein bisschen Action hast du dann zum Schluss doch noch gemacht. NĂ€mlich hast du deine Eltern in einen kleinen Zwangsurlaub ins Triemli gesandt, da es zuerst so aussah, als ob du doch nicht mehr ganz so gut versorgt werden wĂŒrdest. Wir versuchten, dich mit Medikamenten zu motivieren, auf die Welt zu kommen, doch davon warst du nicht beeindruckt und auch wir konnten, nachdem wir dich mehrmals genau beobachtet hatten, mit gutem Gewissen sagen, dass es dir wirklich noch sehr gut geht und es keinen Grund mehr gibt, dich auf die Welt zu stressen. So gingen deine Eltern nochmals mit dir in Mamas Bauch nach Hause. Damals hĂ€tten wir noch nicht gedacht, dass du nicht im Juli, sondern erst im August auf die Welt kommen wolltest. An den Tagen nach deinem errechneten Termin spĂŒrte deine Mama immer wieder etwas Wehen und fragte sich auch hin und wieder, ob dieser Abgang nun Fruchtwasser sein könnte oder nicht. Ich schubste deine Geburtswehen mit einer speziellen Massage und ein paar Akupunkturnadeln noch etwas an. In der Nacht auf den ersten August zeichnete sich deine Geburt langsam ab und ich besuchte deine Eltern bei euch zu Hause. Eines der seltenen Sommergewitter zog gerade ĂŒber ZĂŒrich und deine Mama war fleissig am Arbeiten. Auch war deiner Mama immer wieder sehr ĂŒbel. Da die Wehen wieder unregelmĂ€ssiger wurden und es mit der Ăbelkeit mit der Zeit etwas besser wurde, habe ich mich entschieden, nochmals nach Hause zu gehen. Doch dort blieb ich nicht lange, denn die Wehen wurden wieder mehr und die fiese Ăbelkeit kam zurĂŒck, weshalb wir uns entschieden, uns im Triemli zu treffen und deiner Mama etwas StĂ€rkeres gegen die Ăbelkeit zu geben und ihr mit einer Infusion auch etwas Energie zu geben. Dieser Plan funktionierte ganz gut und deiner Mama ging es bald wieder besser. Nun kamen die Wehen leider nicht mehr in der RegelmĂ€ssigkeit, wie erhofft. Ich packte mein ganzes alternatives Hebammenwissen aus, doch lĂ€ngerfristig wollten die Wehen nicht kommen wie gewĂŒnscht. Auch die Energie deiner Mama liess langsam nach, wart ihr doch alle schon lange am Arbeiten. Wir entschieden uns fĂŒr eine PDA und deine Mama und dein stets an eurer Seite und liebevoll unterstĂŒtzender Papa, konnten etwas ruhen. Da auch ich langsam an meinen Energiereserven kratzte, machten wir ab, dass ich mich eine Runde hinlegen werde und eine liebe Hebammenkollegin euch weiter umsorgen wird, bis die Geburt mehr voranschreitet. Du bewegtest dich noch ganz fleissig in Mamas Bauch und nahmst die unterschiedlichsten Positionen ein und auch deine Mama turnte viel. Kurz vor Mitternacht erhielt ich das erfreuliche Telefon, dass dein Tor zur Welt nun ganz offen sei, und ich machte mich freudig auf den Weg zurĂŒck zu euch. Nachdem deine Fruchtblase aufgepiekst wurde, warst du plötzlich mit einem flotten Tempo unterwegs.
Deine Mama konnte im Spiegel zusehen, wie sie dich in der tiefen Hocke immer nÀher schob, und fand noch eine wunderbare Kraft in sich, um dich auf die Welt zu bringen. Sie sagte sogar, dass ihr dieser Teil der Geburt richtig Spass mache. Es war so schön, euch dabei zuzusehen und zu sehen, wie ihr als ganze Familie dann kurz vor 2 Uhr am 02. August alle miteinander kuschelten.
Da dein HĂ€uschen leider nicht ganz vollstĂ€ndig auf die Welt kam, durftest du noch eine innige Runde bei deinem Papa kuscheln. Als ihr etwas spĂ€ter wieder alle vereint, mĂŒde, aber happy wart und du eine leuchtend rote MĂŒtze anhattest, machte ich mich zufrieden nach Hause.
Herzlich willkommen, Erdenmaus! Ich wĂŒnsche dir fĂŒr die Zukunft alles Liebe und Gute und dass du den tollen Humor deiner Eltern erbst!