Deine Sprechstundentermine mit dir und deiner Mama waren immer sehr spannend. Nicht nur, weil wir sehr offen miteinander reden konnten, sondern auch, weil wir viel lachten. Es war von aussen betrachtet ein Auf und ein Ab. Zum Schluss hielten deine grosse Schwester und immer mal wieder irgendwelche Krankheitsphasen deine Eltern in Schach. Nichtsdestotrotz freuten sich deine Eltern unheimlich auf dich, und so war es nicht verwunderlich, dass du dich nach einem kleinen Anstubser an einem zauberhaften Frühlingswochenende auf den Weg machtest.
Deine Wellen kamen mehr und mehr, und wir trafen uns am späten Abend im Triemli. Dort liessen wir euch ein Königinnenbad ein, was deiner Mama und dir wohltat. Die Geburt war bereits vorangeschritten, und die Stimmung war ruhig. Dein Papa war ruhig nebenan, und wir beobachteten das Geschehen. Viel mehr mussten wir gar nicht tun. Du kamst von alleine näher.
Deine Mama überlegte noch, ob du noch vor Mitternacht kommen würdest, doch du hast dich für danach entschieden. Nachdem deine Fruchtblase offen war, ging es dann rucki zucki, und du kamst um den Rank und wurdest im warmen Wasser geboren. Als deine Mama bereit war, dich in ihre Arme zu schliessen, nahm sie dich an sich, und alle bestaunten dich. Gesund, vollkommen und noch voller Käseschmiere bist du in Mamas Arm gelegen und hast deine ersten Atemzüge genossen.
Willkommen, kleine Erdenmaus – es war schön, dabei gewesen zu sein.