Wie schön, dass du einen Namen hast, der aus denselben Buchstaben besteht wie meiner. Es hat mich sehr gefreut, als mich deine Mama für die Geburtsbegleitung angefragt hat.
Ein kleines Auf und Ab gab es noch während einer Schwangerschaftskontrolle, als ich euch mitteilte, dass ich ein paar Tage vor eurem Termin abwesend sein würde. Doch irgendwie hatte ich das Vertrauen, dass du dir den richtigen Zeitpunkt schon selbst aussuchen würdest.
Und so kam es, dass eines Morgens um 5 Uhr mein Telefon klingelte. Draussen zwitscherten bereits die Vögel. Es war ein wunderschöner, sommerlicher Tag Ende Mai. Deine Eltern teilten mir mit, dass die Fruchtblase gesprungen sei und die Wehen immer wieder kämen. Sie würden nun vor dem Morgenverkehr Richtung Zürich reisen, sich in Mamas alter WG niederlassen und schauen, wie sich alles weiterentwickelt.
Ich fand das eine gute Idee und kam am Morgen bei euch vorbei. Alles deutete noch auf die Vorphase der Geburt hin. So gab ich deinen Eltern ein paar Tipps, hörte deine Herztöne und machte mich wieder auf den Weg durch den Zürcher Verkehr zu ein paar Wochenbettbesuchen.
Wir verabredeten uns für halb eins. Als ich gerade um zwölf Uhr aus einem Haus spazierte, rief mich dein Papa an. Die Wellen seien nun sehr intensiv und kämen häufig. Sofort machte ich mich auf den Weg zurück zu euch.
Als ich ins Treppenhaus kam, hörte ich deine Mama bereits ihre kräftigen Geburtswellen veratmen. Kurz dachte ich, dass du vielleicht hier zur Welt kommen möchtest. Deine Mama lag in der Badewanne, sehnte sich aber nach mehr Platz und Bewegungsfreiheit im Wasser. Also packten wir euch ein und fuhren im Eiltempo ins Triemli-Spital.
Dort angekommen, liessen wir euch ein Bad ein. Kurze Zeit später spürte ich bereits, dass du dem Endspurt ganz nahe warst. Deine Mama war trotz der sehr häufigen und intensiven Wellen unglaublich beeindruckend unterwegs. Mit grosser Kraft, Hingabe und Vertrauen brachte sie dich zur Welt.
Dein Papa war überwältigt und überglücklich, dich gesund und munter in den Armen deiner Mama zu sehen. Die Freudentränen kamen uns allen in die Augen.
Es war so schön, dass ich euch auf diesem besonderen Weg begleiten durfte. Ich wünsche dir von Herzen viel Liebe, Freude und Gottes reichen Segen auf deinem Lebensweg.